Kochen in lecker!

Papayasalat - Som Tom mit Zucchini

Papayasalat - Som Tom / mit Zucchini

Fake Papayasalat mit Zucchini, Apfel & Zirbarten – einmal in regional bitte!

Letzen Monat bin ich mit 2 Freundinnen durch Frankreich geradelt. Wäre mein Ritzel nicht schon direkt am ersten Anstieg kaputt gegangen, wäre der Urlaub bestimmt NOCH toller gewesen. So habe ich mich ohne Motor in den höchsten Gängen durch die Landschaft gekämpft und war abends immer froh, wenn ich den Tag geschafft hatte - und nicht der Tag mich (was übrigens auch einemal vorkam). An diesem Abend haben wir uns zur Belohnung ein Essen in einem thailändischen Restaurant gegönnt, wo ich mich promt ein kleines bisschen verliebt habe. Nicht in einen charmanten Kellner (obwohl der auch nicht ganz unsympathisch war), sondern in einen Salat: Som Tam, dieser wunderbar würzige, süß-saure, scharf-knackige Papayasalat, wie man ihn aus Thailand kennt. Ich hatte schon öfter davon gehört, aber so richtig bewusst gegessen hatte ich ihn erst dort – mit schweren Beinem und einem Glas kühlen Rosé. Urlaub halt.

Zurück zu Hause wollte ich genau diesen Geschmack wieder auf der Zunge spüren – aber bitte mit saisonalen Zutaten. Grüne Papaya ist hierzulande ja nicht gerade ein Supermarkt-Alltagsprodukt. Und ehrlich gesagt: Ich mag’s lieber lokal und unkompliziert. Also stand ich da, mit einem Berg frischer Zucchini aus der SoLaWi Kiste, selbstgepflückten Äpfeln von der Streuobstwiese nebenan und ein paar kleinen, süßen Zibarten – falls du die nicht kennst: das sind diese goldgelben oder violetten Mini-Pflaumen mit einem Hauch Wildheit im Geschmack. Ein bisschen wie eine Mischung aus Mirabelle, Pflaume und Aprikose mit einem Hauch Wildheit.

Was lag da näher, als einen Fake Papayasalat zu basteln? Und ich sag’s dir: Der ist so gut geworden, dass ich ernsthaft glaube, mein französisches Som-Tam-Erlebnis wurde gerade getoppt. Deshalb solltest Du dieses Rezept für unechten Som-Tam-Papayasalat mit Zucchini unbedingt probieren.

Die Idee: Fruchtig, würzig, vegan – und schnell!

Ich liebe schnelle Rezepte, vor allem wenn sie so bunt und frisch sind. Klassisch wird Som Tam ja mit grüner Papaya, Schlangenbohnen, getrockneten Garnelen und Fischsauce gemacht – aber wir machen das hier natürlich vegan und mit Zutaten, die im Moment Saison haben.

Die Zucchini bringt die knackige Frische, die sonst die unreife Papaya liefert. Sie wird roh druch den Spiralschneider gedreht und saugt die würzige Marinade super auf. Denkt aber unbedingt daran die Zucchini etwas stehen zu lassen, damit die Flüssigkeit austritt und sie dann auszupressen. Sonst hat es sich was mit würzig. Der Apfel bringt eine angenehme Süße und leicht säuerliche Fruchtigkeit rein. Und die Zirbarten? Die sind das geheime Highlight. Fruchtig, weich, fast schon ein bisschen marmeladig – perfekt als Kontrast zu Chili, Limette und Knoblauch.

Falls du keine Zirbarten hast: Mirabellen oder kleine Pflaumen tun’s auch ganz wunderbar. Hauptsache klein, süß und saftig.

Und die Schlangenbohnen? Habe ich ehrlich gesagt weggelassen – aus Zeitgründen. Ich wollte einen echten Rohkost-Kick, der in 15 Minuten steht und trotzdem wie Urlaub schmeckt. Vielleicht hole ich sie beim nächsten Mal nach. Aber ehrlich – ich vermisse sie nicht.

Und wie schmeckt thailändischer Zucchini-Salat?

Scharf, süß, sauer, salzig – alles auf einmal. Ich habe den Salat mit Sojasauce, Limettensaft, Knoblauch, Chili und ein bisschen Ahornsirup abgeschmeckt. Ein Hauch gerösteter Erdnüsse obendrauf und fertig ist der vegane Fake-Som-Tam, der so frisch und lebendig schmeckt wie ein tropischer Sonnenuntergang auf dem Teller. Nur halt mit Gemüse und Obst aus’m Garten und der Region.

Und ja, ich weiß, man sollte sich mit Superlativen zurückhalten, aber: Ich finde ihn besser als das Original. Vielleicht liegt’s an der regionalen Note, vielleicht am DIY-Stolz, vielleicht auch einfach daran, dass Sommer ist und alles doppelt so gut schmeckt, wenn die Sonne scheint.

Fazit:

Wenn du Lust auf ein bisschen Thai-Feeling hast, ohne in den Asia-Laden zu müssen – probier diesen Salat aus. Er ist:

  • komplett roh & schnell gemacht
  • fruchtig-scharf-würzig
  • voller Vitamine und Geschmack
  • perfekt als Vorspeise oder leichtes Mittagessen
  • und natürlich 100 % vegan

Also, schnapp dir ein paar Zucchini, ein paar süße Pflaumen (welcher Art auch immer) und einen Apfel – und ab in den Fake-Papaya-Himmel.

PS 1: Weil ich so verliebt war, habe ich den leckeren Thai-Zucchini-Salat direkt in der Woche drauf nochmal gemacht. Diesmal mit gelben Rüben, Gurken, Aprikosen, Karotten, Zibarten und -ganz wichtig- Erdnüssen. Natürlich hat er etwas anders geschmeckt, aber genauso lecker wie der erste.

PS 2: Wer die helle Schwester der Zibarte als süße Kuchenvariante auch noch kennenlernen möchte, der kann mal in dieses Zibarten-Datschi-Rezept reinschauen :-)



Zutaten

Mengen für ca. 4 Personen

Fake Papayasalat:
  • 700 gZucchini
  • 300 gKarotten
  • 300 gÄpfel
  • 400 gZibarten
  • oder alternativ
    400 gPflaumen
  • 300 ggelbe Tomaten
  • 8 St.Salatblätter
  • 4 handvollErdnüsse, gesalzen
  • etwasThai-Basilikum
Dressing:
  • 20 Bl.Thai-Basilikum
  • 10 ELMirin
  • 8 ELErdnussöl
  • 4 ELApfelessig
  • 4 ELLimettensaft
  • 4 ELNo Fish-Soße
  • 2 ELReissirup
  • 2 TLSalz
  • 3 TLGalgant, gemahlen
  • 2 TLPfeffer, pink
  • n. B.Thailändische Chillischote
  • 4 ELApfelessig
  • 8 ELErdnussöl
  • 4 handvollErdnüsse, gesalzen
  • 3 TLGalgant, gemahlen
  • 300 gKarotten
  • 4 ELLimettensaft
  • 10 ELMirin
  • 4 ELNo Fish-Soße
  • 2 TLPfeffer, pink
  • Alternativposition
    400 gPflaumen
  • 2 ELReissirup
  • 8 St.Salatblätter
  • 2 TLSalz
  • etwasThai-Basilikum
  • 20 Bl.Thai-Basilikum
  • n. B.Thailändische Chillischote
  • 400 gZibarten
  • 700 gZucchini
  • 300 ggelbe Tomaten
  • 300 gÄpfel

Zubereitung

  1. Vorbereitung

    Zucchini waschen, die Enden abschneiden und durch den Spiralschneider drehen.
    Karotten schälen, Äpfel waschen und entkernen. Beides raspeln.
    Zirbarten waschen und entkernen, Tomaten waschen, den Strunk entfernen und in Spalten schneiden.
    Salatblätter waschen und trocken tupfen.

  2. Salat-Dressing

    Basilikumblätter haken und mit den restlichen Zutaten in einem Schraubglas gut durchschütteln, so dass sich der Reissirup mischt. Final abschmecken Sie darf gerne kräftig und süß sein.

  3. Salat zusammenstellen

    Zucchinispiralen nach Bedarf etwas klein schneiden und mit den Händen vorsichtig aber gründlich auspressen. Alternativ mit einem sauberen Baumwolltuch, damit der Salat nicht zu wässrig schmeckt.

    Auf 4 Teller zuerst je 2 Salatblätter legen und dann die vorbereiteten Zutaten gleichmäßig verteilen.
    Dressing über das Gemüse und Obst geben und mit Erdnüssen und Thai-Basilikum bestreuen.