Veganer Feigen-Trauben-Mandelkuchen – ein Rezept voller Sommer, Familie und Hofleben
Es gibt Rezepte, die entstehen ganz gezielt. Und dann gibt es diejenigen, die sich einfach aus dem Leben ergeben. Dieses Rezept für den veganen Feigen-Trauben-Mandelkuchen gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Eigentlich fing nämlich alles mit einem Besuch bei meinem Bruder im Ruhrgebiet an. In seinem Garten steht seit einigen Jahren ein wunderschöner Feigenbaum, der inzwischen jedes Jahr zuverlässig Früchte trägt. Und genau jetzt ist wieder die Zeit gekommen, in der die ersten Feigen reif werden.
Als wir ihn besucht haben, durften wir natürlich nicht ohne eine kleine Ernte nach Hause fahren. Die ersten Feigen des Jahres schmecken einfach unglaublich gut. Süß, weich und so aromatisch, dass man sie eigentlich gar nicht weiterverarbeiten möchte. Die Hälfte unserer Ausbeute haben wir deshalb ganz unkompliziert direkt gegessen oder morgens in unser Müsli geschnippelt. Gerade mit Haferflocken und pflanzlichem Joghurt sind frische Feigen einfach ein Traum.
Die übrigen Früchte waren allerdings schon sehr weit gereift. Sie wurden von Tag zu Tag weicher und ich wusste: Jetzt muss etwas daraus entstehen. Da kam mir die Idee zu diesem veganen Feigenkuchen gerade recht. Zusammen mit ein paar Trauben und gemahlenen Mandeln entstand schließlich dieses Rezept.
Dass die Feigen schon so weich waren, hat übrigens den Charakter des Kuchens ziemlich beeinflusst. Er ist nämlich wunderbar saftig geworden – oder wie man bei uns so schön sagt: richtig schön kletschig. Ich weiß, dass manche Menschen lieber einen lockeren, luftigen Kuchen mögen. Ich hingegen liebe genau diese etwas kompaktere, feuchte Konsistenz. Gerade bei einem Obstkuchen passt das einfach perfekt. Die süßen Feigen verschmelzen regelrecht mit dem Teig und sorgen dafür, dass jeder Bissen unglaublich aromatisch schmeckt. Für mich ist genau das der Geschmack des Sommers.
„Ernte essen gegen Spende“
Dieser vegane Feigen-Trauben-Mandelkuchen hatte aber nicht nur einen besonderen Ursprung, sondern auch einen ganz besonderen Anlass. Gebacken habe ich ihn nämlich für unsere Aktion „Ernte essen gegen Spende“, die wir zusammen mit drei weiteren Frauen auf unserem Biohof Entrup 119 ins Leben gerufen haben.
Seit vielen Jahren beziehen wir dort unsere Gemüsekiste und sind inzwischen eng mit dem Hof verbunden. Im Frühjahr haben wir gemeinsam das kleine Hofcafé renoviert und dabei entstand irgendwann die Idee: Warum eigentlich nicht einmal im Monat gemeinsam etwas Leckeres aus den frischen Hofprodukten kochen? Gesagt, getan.
Nun findet an jedem ersten Samstag im Monat unsere Aktion statt. Wir überlegen uns gemeinsam ein oder mehrere Gerichte, die überwiegend aus einer aktuellen Ernteeinheit entstehen. Besucherinnen und Besucher können die frisch zubereiteten Speisen direkt im Hofcafé oder draußen auf dem Hof genießen und geben dafür einfach eine Spende. So entsteht ein schöner Treffpunkt für alle, die gutes Essen, regionale Landwirtschaft und nette Gespräche miteinander verbinden möchten.
Besonders schön finde ich dabei, dass jeder etwas anderes mitbringt. Jeder hat eigene Ideen, Lieblingsrezepte und kleine Besonderheiten. Dadurch entsteht jedes Mal ein ganz unterschiedliches Buffet.
Natürlich dürfen dabei auch selbstgebackene Kuchen nicht fehlen. Sie müssen allerdings nicht zwingend ausschließlich aus Hofprodukten bestehen. Mein Feigenkuchen ist dafür das beste Beispiel. Die Hauptzutat kam schließlich aus dem Garten meines Bruders und nicht direkt von Entrup. Dafür stand auf dem Kuchenbuffet aber unter anderem auch ein herrlich saftiger Zucchinikuchen, dessen Zucchini selbstverständlich frisch vom Hof geerntet wurden.
Genau diese Mischung macht unsere Aktion für mich so besonders. Einerseits genießen wir die Vielfalt der saisonalen Ernte von Entrup 119, andererseits fließen auch persönliche Geschichten, Geschenke aus dem eigenen Garten oder alte Familienrezepte mit ein. Am Ende geht es gar nicht nur ums Essen. Es geht darum, Menschen zusammenzubringen, gemeinsam Zeit zu verbringen und zu zeigen, wie vielfältig eine saisonale und pflanzliche Küche sein kann.
Mein eigener Feigenbaum braucht noch etwas Geduld
Mein Bruder kennt inzwischen meine Begeisterung für seine Feigen ziemlich gut. Deshalb hat er mir irgendwann einen kleinen Feigenbaum geschenkt. Die Idee dahinter war natürlich großartig: Falls wir es in einem Sommer einmal nicht schaffen sollten, ins Ruhrgebiet zu fahren, könnten wir irgendwann einfach unsere eigenen Feigen ernten. Nicht, dass er mich nicht sehen möchte, aber man weiß ja nie. Bzw. man weiß ja auch wie schwierig so eine Terminfindung mit zwei Familien manchmal sein kann!
Der Plan gefiel mit ganz gut. Nur leider scheint mein kleiner Baum davon noch nichts zu wissen.
Er wächst zwar ganz tapfer vor sich hin, sieht jedes Jahr ein kleines bisschen kräftiger aus und macht wirklich einen gesunden Eindruck. Nur Früchte trägt er bislang noch keine. Auf dem Foto zu diesem Beitrag könnt Ihr ihn sehen – voller Hoffnung, aber noch ohne Feigen.
Ich fürchte also, bis zur ersten eigenen Ernte werden wohl noch einige Sommer vergehen. Aber ehrlich gesagt ist das gar nicht schlimm. So haben wir auch in den nächsten Jahren einen wunderbaren Grund, meinen Bruder regelmäßig zu besuchen und mit einer kleinen Kiste voller frischer Feigen nach Hause zu fahren.
Und wenn dabei wieder so ein leckerer veganer Feigen-Trauben-Mandelkuchen entsteht, freue ich mich jetzt schon auf die nächste Ernte.
Manchmal sind die schönsten Rezepte eben nicht nur eine Sammlung von Zutaten. Sie erzählen von Familie, gemeinsamen Besuchen, kleinen Geschenken und besonderen Momenten. Genau deshalb wird dieses Rezept für mich immer etwas ganz Besonderes bleiben – und vielleicht wird es ja auch bei Euch zu einem kleinen Sommerklassiker.
Zutaten
Mengen für ca. 4 Personen
- 300 gfrische Feigen
- 60 gkernlose Weintrauben, blau
- 200 gvegane Butter
- 200 gZucker
- 0.5 TLZitronensäure
-
oder alternativ
0.5 TLZitronenabrieb - 240 gApfelmark
- 200 gWeizenmehl, Typ 405
- 1 PKVanillezucker
- 1 TLBackpulver
- 80 gMandeln, gemahlen
- 100 mlpflanzliche Milch
- 150 gWeizenmehl, Typ 405
- 100 gZucker
- 100 gvegane Butter, weich
- 40 gMandelblätter
- 240 gApfelmark
- 1 TLBackpulver
- 40 gMandelblätter
- 80 gMandeln, gemahlen
- 1 PKVanillezucker
- 350 gWeizenmehl, Typ 405
-
Alternativposition
0.5 TLZitronenabrieb - 0.5 TLZitronensäure
- 300 gZucker
- 300 gfrische Feigen
- 60 gkernlose Weintrauben, blau
- 100 mlpflanzliche Milch
- 200 gvegane Butter
- 100 gvegane Butter, weich
Zubereitung
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Vorbereitung
Feigen und Weintrauben waschen. Die Trauben halbieren und die Feigen etwas klein schneiden.
Springform mit Backpapier auslegen und den Rand einfetten.
Den Backofen auf 180 Grad Ober- / Unterhitze vorheizen. -
Teig
Für den Kuchenteig die vegane Butter mit dem Zucker schaumig schlagen. Dann die Zitronensäure und das Apfelmark kurz unter rühren.
Das Mehl mit den Mandeln und Backpulver in einer anderen Schüssel gut miteinander mischen und abwechselnd mit der Pflanzenmilch unter die Butter-Zuckermischung mixen.
Das Obst vorsichtig unter den Teig ziehen und in die Springform füllen. -
Streusel
Für die Streusel zuerst Mehl, Zucker und vegane Butter mit den Händen zu einem glatten Teig kneten. Danach kurz die Mandelblätter einarbeiten.
Streusel gleichmäßig auf den Kuchenteig verteilen und für 55 – 60 Minuten backen.
Anmerkung:
- Meine Feigen waren schon sehr reif und weich. Dadurch ist der Teig etwas kletschig geworden. Ich mag das sehr gerne, aber wer es lieber trockener möchte, der sollte entweder Feigen nehmen, die nicht ganz so weich sind. Alternativ eine Feige weniger oder nur 220 g Apfelmark, bzw. 80 ml Milch nehmen.
- Ich liebe Streusel, daher ist die Streuselschicht ist sehr massig. Wer sie nicht so dick haben möchte, der nimmt einfach 1/3 weniger von allen Zutaten.
- Sollten die Streusel schon dunkel werden, lange bevor die 60 Minuten rum sind, kannst Du den Kuchen mit etwas Alufolie abdecken.
