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Herzhafter Hummus mit Röst-Rotkohl

Herzhafter Hummus mit /Röst-Rotkohl

Saisonal, vegan und voller Röstaromen: Rotkohl-Hummus

Gebackener Rotkohl ist für mich so etwas wie ein kleines Küchenwunder. Dieses Gemüse, das viele von uns vor allem gekocht, süß-säuerlich und ziemlich klassisch kennen, verwandelt sich im Ofen plötzlich komplett. Die Ränder werden dunkel, richtig knusprig, es entstehen intensive Röstaromen und der Kohl bekommt eine Tiefe, die man ihm auf den ersten Blick gar nicht zutraut. Genau diese Eigenschaft macht ihn zur perfekten Basis für dieses Rezept: einen cremigen, aromatischen Rotkohl-Hummus, der ein bisschen Orient, ein bisschen Mittelmeer und ganz viel Wohlgefühl vereint.

Die Idee dazu entstand – wie so oft – eher zufällig. In meiner Solawi-Kiste lag noch ein letzter Rotkohl. Nicht besonders groß, eher zierlich, und definitiv zu klein, um daraus ein klassisches Ofengericht oder eine ganze Mahlzeit zu machen. Weglegen wollte ich ihn aber auch nicht, dafür mag ich Rotkohl einfach zu gern. Gleichzeitig hatte ich plötzlich große Lust auf Hummus. Ich weiß gar nicht, warum ich Hummus so lange nicht mehr gemacht habe, denn eigentlich gehört er zu den Dingen, die immer gehen: als Brotaufstrich, Dip, Teil einer Bowl oder einfach pur vom Löffel. Vermutlich fehlte ein Anlass wie eine private Chorprobe wo es immer mindestens einen Dip gibt, eine Einladung zu einem Mitbringbüffet oder ein veganer Grillabend.

Gerösteter Rotkohl aus dem Ofen

Also wanderte der Rotkohl in Spalten geschnitten aufs Blech, großzügig mit Olivenöl bepinselt, mit Salz und Rosmarin bestreut und ab in den Ofen. Ganz entspannt, ohne Vorheizen. Während der Kohl langsam weich wurde und außen diese herrlichen Röstaromen entwickelte, zog schon dieser warme, würzige Duft durch die Küche, der sofort Lust aufs Probieren macht. Rosmarin passt hier übrigens wunderbar, weil er sowohl die erdigen Noten des Rotkohls als auch die mediterrane Richtung aufgreift, die später im Hummus noch stärker wird.

Geschmacklich treffen in diesem Hummus mehrere Welten aufeinander. Die Basis ist natürlich orientalisch: Kichererbsen, Tahin, Knoblauch, Zitronensaft und warme Gewürze wie Kreuzkümmel-ähnliche Noten durch Nelke, Ingwer und Piment. Gleichzeitig bringen Olivenöl, Rosmarin und Paprika eine mediterrane Leichtigkeit mit. Und dann ist da natürlich der Rotkohl selbst, der mit seinen typischen winterlichen Gewürznoten sofort Erinnerungen an Weihnachtsessen weckt – nur eben in einer ganz neuen Form. Genau das liebe ich an solchen Rezepten: Vertrautes neu zu denken, ohne es zu verkleiden.

Dieses Rezept ist perfekt für alle, die vom weihnachtlichen Rotkohl noch nicht genug haben. Oder für diejenigen, die nach fast drei Wochen Rotkohl-Pause plötzlich wieder Lust darauf bekommen. Mir geht es jedes Jahr so: Erst kann ich ihn kaum erwarten, dann ist er ständig auf dem Tisch – und irgendwann brauche ich Abstand. Und dann, ganz unvermittelt, kommt diese Sehnsucht zurück. In diesem Hummus fühlt sich Rotkohl leicht, modern und überraschend an, ohne seine Wurzeln zu verlieren.

Dieses Hummus-Rezept ist aber auch perfekt für Menschen wie mich, die saisonales Wintergemüse immer wieder anders verarbeiten (müssen), damit es abwechslungsreich bleibt. Also ideal für alle SoLaWi-Mitglieder, Bezieher von Gemüsekisten oder Selbstversorger und Freunden von saisonaler Ernährung.

Rotkohl kann so viel mehr als Beilage sein

Beim Mixen verschwindet die kräftige Farbe des gebackenen Kohls nicht etwa, sondern macht den Hummus zu einem echten Hingucker. Das Ergebnis ist ein dunkel-violetter Hummus, der schon optisch gute Laune macht. Cremig, würzig, mit einer feinen Süße vom Ahornsirup und einer angenehmen Säure durch den Zitronensaft. Wer es besonders samtig mag, kann noch etwas kaltes Wasser unterrühren – ich mag ihn gern etwas fester und stückiger, dass er sich noch verstreichen lässt, aber trotzdem noch Substanz hat.

Serviert mit einem guten Schuss Olivenöl, ein paar Kichererbsen, etwas ofengebackenem Rotkohl und frischem Rosmarin ist dieser Rotkohl-Hummus nicht nur ein optisches Highlight, sondern auch ein echtes Wohlfühlgericht. Perfekt für ein gemütliches Abendbrot, als Teil eines Mezze-Tisches oder einfach, wenn man Lust auf etwas Besonderes hat – ganz ohne großen Aufwand.

Zutaten

Mengen für ca. 4 Personen

Röst-Rotkohl:
  • 400 gRotkohl
  • 4 ELOlivenöl
  • 0.5 TLSalz
  • 1 TLRosmarin, gerebelt
Hummus:
  • 230 gKichererbsen, gekocht
  • 1.5 St.Knoblauchzehen, gepresst
  • 4 ELZitronensaft
  • 5 ELOlivenöl
  • 1 ELTahin
  • 1 ELAhornsirup, Grad A
  • 2 Stk.Nelken
  • 1 gestr. TLSalz
  • 1 TLIngwer, gemahlen
  • 0.5 TLPaprikapulver, rosenscharf
  • 0.5 TLRosmarin, gerebelt
  • 1 MspPiment, gemahlen
  • 1 ELAhornsirup, Grad A
  • 1 TLIngwer, gemahlen
  • 230 gKichererbsen, gekocht
  • 1.5 St.Knoblauchzehen, gepresst
  • 2 Stk.Nelken
  • 9 ELOlivenöl
  • 0.5 TLPaprikapulver, rosenscharf
  • 1 MspPiment, gemahlen
  • 1.5 TLRosmarin, gerebelt
  • 400 gRotkohl
  • 0.5 TLSalz
  • 1 gestr. TLSalz
  • 1 ELTahin
  • 4 ELZitronensaft

Zubereitung

  1. Rotkohl vorbereiten

    Rotkohl waschen, ggf. die äußeren Blätter entfernen und viertel. Den Strunk heraus schneiden und die Viertel nochmals ein oder zweimal teilen, also in Spalten schneiden.

    Rotkohlspalten auf ein Backblech legen und von allen Seiten mit Olivenöl einpinseln. ½ TL Salz und 1 TL Rosmarin drüber verteilen und im Backofen bei 200 Grad Ober- / Unterhitze ca. 30 Minuten backen, bis der Rotkohl außen eine schöne Röstung angenommen hat und er innen weich ist. Der Ofen muss nicht vorgeheizt werden.

  2. Hummus zubereiten und anrichten

    Kichererbsen abschütten und (bis auf ein paar Dekoerbsen) in eine Küchenmaschine oder Foodprocessor geben.

    Nelken mit dem Mörser zerstoßen, bzw. mahlen. Wenn du keinen Mörser hast, dann kannst Du auch einen Caipirinha-Stößel nehmen. Denn hat so gut wie jeder ;-) Und wenn du das auch nicht hast, dann tut es auch die Rückseite eines Löffels. 

    Etwas Rotkohl als Deko beiseite legen und den Kohl mit den restlichen Zutaten mit in den Mixer geben und ausreichend lange zu einer cremigen Masse vermischen. Wer Hummus lieber etwas cremiger haben möchte, der kann 2-3 EL kaltes Wasser hinzufügen.

    Hummus in eine Schüssel geben und mit einem Löffel hübsch verstreichen. Etwas Olivenöl drüber geben und mit Kichererbsen, Rotkohl und Rosmarin garnieren.