Vegane Himbeer-Pralinen – süße kleine Versuchung mit fruchtigem Knusper
Ich weiß nicht, wann genau ich angefangen habe, Pralinen zu machen, oder es zu probieren. Der Gedanke daran ist jedenfalls schon lange da, denn wenn ich etwas noch mehr mag als Nussschokolade, dann sind das Pralinen. Wahrscheinlich war es irgendwann zwischen einer missglückten Ganache und einem Schokoladenbad, das mehr an eine Schlacht erinnerte als an feine Confiserie-Arbeit. Aber ich erinnere mich gut daran, wie es sich angefühlt hat, als die erste wirklich gelungen ist: dieser kleine Moment, in dem man ein Stück Schokolade in den Mund steckt, sie langsam schmilzt und man denkt – ja, genau so wollte ich das haben.
Seitdem bin ich ein bisschen süchtig danach. Nicht nur nach Schokolade (das sowieso), sondern nach dem Prozess selbst. Pralinen zu machen hat etwas Meditatives. Man steht in der Küche, schmilzt die Schokolade im Wasserbad, rührt, probiert, rührt noch ein bisschen mehr – und plötzlich fühlt man sich wie eine Mischung aus Chocolatier und Alchemist.
Natürlich sind mir nicht alle Experimente geglückt. Es gab Pralinen, die aussahen wie kleine Meteoriten. Oder solche, die beim ersten Biss einfach auseinandergefallen sind. Auch gibt es noch ein paar Ganacheexperimente, die einfach nicht fest wurden, und im Gefrierfach auf eine weitere Eingebung von mir warten. Aber diese Himbeer-Pralinen? Die waren Liebe auf den ersten Blick. Und auf den ersten Biss sowieso.
Das Schönste an diesem veganem Rezept: Die Himbeer-Pralinen sind gar nicht so kompliziert, wie sie aussehen. Wenn man sie auf einem Teller serviert, mit ihrem leuchtend roten Topping aus gefriergetrockneten Himbeeren, denkt jeder, man hätte Stunden in der Küche verbracht – dabei ist das Rezept ziemlich anfängerfreundlich. Die Füllung besteht aus einer cremigen, leicht schmelzenden Schokoladenganache auf Pflanzenbasis, die man einfach nicht mehr vergisst. Und ja, sie sind komplett vegan. Kein Kompromiss – einfach purer Genuss.
Kleine Geschenke
Ich finde, das Timing für solche kleinen Kostbarkeiten könnte nicht besser sein. Kaum wird es draußen kälter, fängt es in vielen Köpfen schon an: Was verschenke ich zu Weihnachten? Ich sage: Selbstgemachte Pralinen sind ideal und jetzt ist genau der richtige Moment, um sich mit Schokolade einzudecken, die Küche in eine kleine Schokoladenwerkstatt zu verwandeln und vielleicht schon ein paar Geschenke vorzubereiten.
Denn das sind sie – die perfekten kleinen Weihnachtsgeschenke! Hübsch verpackt in einer kleinen Box, mit Deko drumherum und vielleicht einem handgeschriebenen Kärtchen – und schon hat man ein Geschenk, das von Herzen kommt. Ich habe letztens schon ein paar vorab verschenkt, bzw. probieren lassen. Sogar die eingefleischten Milchschokoladenfans unter ihnen waren hin und weg.
Und genau das mag ich: Wenn man mit einem kleinen, feinen Rezept zeigen kann, dass pflanzliche Küche nichts mit Verzicht zu tun hat. Diese Himbeer-Pralinen schmecken nicht „vegan gut“, sie schmecken einfach gut. Punkt.
Die Kombination aus dunkler Schokolade und Himbeeren ist ohnehin unschlagbar – ein bisschen herb, ein bisschen süß, mit diesem fruchtig-säuerlichen Kick. Und weil die Himbeeren gefriergetrocknet sind, behalten sie ihre leuchtend rote Farbe – das macht die Pralinen nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch zu kleinen Schmuckstücken.
Und wer weiß – vielleicht stehst du auch irgendwann da, umgeben von geschmolzener Schokolade, einem Löffel in der Hand, einem breiten Grinsen im Gesicht – und denkst dir: Das ist gar nicht so schwer, wie man meint.
Tipps / Bezugsquellen:
Weiße vegane Schokolade die schmeckt, einigermaßen gut schmilzt und sich verarbeiten lässt ist relativ schwer zu finden. Da ich nicht so gerne online bestelle, benutze ich immer die White Vanilla von iChoc, die es bei uns in Münster im Biomarkt oder manchmal im dm gibt.
Ebenso die getrockneten Himbeeren.
Blockschokolade nehme ich gerne als Kuvertüre-Ersatz, da sie vegan, sehr lecker und in jedem Supermarkt zu finden ist.
Bei der veganen Sahne sind meine Favoriten die aufschlagbaren von Schlagfix oder Rama. Beide gibt es bei uns im Supermarkt, erste außerhalb, und die zweite im Kühlregal.
Aromapasten sind nicht unbedingt erforderlich, machen die Pralinen aber noch etwas leckerer. Wenn Du Angst hast, dass Du den Rest nicht aufbekommst und das Töpfchen ein einsames Dasein bei den anderen Streuseln oder Gewürzen fristet, die man nur für das eine Rezept braucht, dann kann ich Dich evtl. etwas beruhigen. Sie können auch problemlos in Kuchen, Nachtisch etc. verarbeitet werden. Zu finden sind sie im Spezialversand für Back- oder Pralinenbedarf. Einfach mal googlen.
Ich weiß, Pralinen wirken oft wie eine Königsdisziplin. Aber glaub mir: Wenn ich das schaffe, schaffst du das auch.
Wenn du also demnächst ein kleines Geschenk suchst – für Freunde, Familie oder einfach für dich selbst – dann probier diese Pralinen unbedingt aus. Sie sind schnell gemacht, machen optisch richtig was her und sind das schönste Beispiel dafür, dass man Liebe tatsächlich verschenken kann – verpackt in Schokolade, umhüllt von einem Hauch Himbeerknusper.
Zutaten
Mengen für ca. 40 Stück
- 160 gvegane Schokolade, weiß
- 100 gBlockschokolade
- 70 gvegane Sahne
- 30 gvegane Butter, weich
- 3 TLAromapaste, Himbeere
- 40 ggetrocknete Himbeeren
- 300 gBlockschokolade
- 3 TLAromapaste, Himbeere
- 400 gBlockschokolade
- 40 ggetrocknete Himbeeren
- 30 gvegane Butter, weich
- 70 gvegane Sahne
- 160 gvegane Schokolade, weiß
Zubereitung
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Vorbereitung
Beide Schokoladensorten hacken.
Vegane Sahne aufkochen lassen. Dann den Topf vom Herd nehmen und die gehackte Schokolade unterrühren, bis eine homogene Masse entstanden ist. Danach die vegane Butter und die Aromapaste unter rühren.
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Pralinen formen & schneiden
Für die Form könnt ihr eine beliebige Vorratsdose in einer ähnlichen Größe wie 15x20 cm nehmen und sie mit Backpapier auslegen. In die Ecken macht ihr einen kleinen Knick, so dass das Papier auch an den Rändern ist, bzw. etwas übersteht. Dann kann man die feste Ganache später einfach an den Papierrändern aus der Form ziehen. Größer sollte die Dose nicht sein, da sonst die Pralinen nicht hoch genug sind. Wenn die Dose kleiner ist, werden sie entsprechend höher.
Die Ganache in die Form geben und gut verteilen.
Himbeeren zerkleinern und gleichmäßig auf die Ganache streuen. Ganz vorsichtig und leicht andrücken, damit die Himbeeren später nicht runter fallen. Die Ganache abdecken und mindestens 12 Stunden an einem kühlen Ort (nicht im Kühlschrank!) fest werden lassen.Wenn sie stabil genug ist, den Block an den Papierrändern aus der Form ziehen. Mit einem scharfen Messer kleine Quadrate von ca. 2,5 x 2,5 cm schneiden. Wenn man das Messer nach jedem Schnitt in heißes Wasser taucht und abreibt, bleibt die Masse nicht am Messer kleben.
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Überzug und Verziehrung
Zum Überziehen die restliche Blockschokolade hacken und im Wasserbad schmelzen. Dabei drauf achten, dass das Wasser nicht zu hieß ist und kein einziger Tropfen in die Schale mit Schokolade kommt. Praline mit einer Pralinengabel bis zum Himbeeranfang in die flüssige Schokolade tauchen, ablaufen lassen, am Rand abstreifen, auf auf Backpapier setzen und fest werden lassen.
