Amuse-bouche als Einleitung für das Motto kochen
Ich habe ihn bestimmt schon erwähnt, unseren veganen Kochclub. Er fühlt sich immer ein bisschen an wie ein geheimes Komplott gegen langweilige Küche. Wir sind zu viert, ein eingespieltes Team aus Freundinnen, die sich regelmäßig um einen Tisch scharen, um gemeinsam zu quatschen, zu lachen und natürlich zu genießen. Das Ritual ist immer dasselbe: Drei Schlagworte werden ausgewählt – die berühmten „Motti“ – und eine von uns muss daraus ein Menü zaubern. Die anderen drei dürfen sich zurücklehnen und gespannt sein, was am Ende auf dem Teller landet. Dieses Mal war ich an der Reihe, und die Motti lauteten: „Feuer“, „Provence“ und „Orange“.
Das Menü stand eigentlich ziemlich schnell. Ich hatte sofort Bilder im Kopf von duftenden Kräutern, sommerwarmem Gemüse und einer gewissen Schärfe, die auf der Zunge tanzt. Aber dann überkommt mich oft diese eine Idee, die nicht in das geplante Menü passt, aber unbedingt noch irgendwo hinwill. Eine kleine Einstimmung, ein Gruß aus der Küche, ein „Hallo, heute wird’s gut!“ für Gaumen und Herz. Und so entstand das Rezept vom Orangen-Fenchel aus dem Ofen mit scharfem Quittenmus.
„Orange“ ist in diesem Gericht natürlich unübersehbar, bzw. unüberschmeckbar. Die Orangenscheiben schmiegen sich um den Fenchel, bringen Süße, Säure und ein bisschen Sonne mit. Der Fenchel selbst wird im Ofen weich gegart und die Kanten bekommen dieses leicht karamellisierte Aroma, das ihn irgendwie von einem Gemüse zu einer Persönlichkeit macht. Fenchel kann das: Er will nicht nur Zutat sein, er will Eindruck hinterlassen.
Um die aromatische Reise in die Provence zu vollenden, streue ich eine Mischung aus Kräutern darüber, die ich eigentlich immer parat habe: Thymian, Oregano, Rosmarin, Majoran. Wenn man die Packung aufmacht, riecht man sofort: Das könnte jetzt auch in einer kleinen Steinhütte irgendwo zwischen Olivenhain und Lavendelfeld stehen. Und ja, ich weiß, Fenchel ist vielleicht nicht das ikonischste Gemüse der Provence – aber in meinem Herzen gehört er dorthin. Wahrscheinlich, weil er mir schon so oft in südfranzösisch angehauchten Gerichten begegnet ist. Oder einfach, weil Anis und Pernod und Urlaub ein Dreieck bilden, das mich sofort in Stimmung bringt.
Und dann kommt das dritte Motto: „Feuer“. Feuer sollte knistern, sollte überraschen, sollte ein bisschen frech sein. Und da kommt das Quittenmus ins Spiel. Quitten sind ja ohnehin kleine Drama-Queens – außen hart, innen duftend wie ein Märchenbuch. Wenn man sie einkocht, entfalten sie ein Aroma, das zwischen süß, herb und floral balanciert. Aber ich wollte das Motto nicht nur andeuten, sondern spürbar machen. Also habe ich das Quittenmus mit Chili aufgeweckt – nicht so, dass es brennt, sondern so, dass es kurz die Augenbrauen hebt und sagt: „Oh! Hallo!“
Zusammen ergibt sich ein Teller, der mehr ist als ein Gruß aus der Küche. Es ist wie eine kleine Geschichte: Sonne, Kräuter, Schärfe, Süße, ein Hauch Urlaub, ein bisschen Mut. Ein Mini-Menü im Mini-Format.
Fenchel schneiden
Zutaten
Mengen für ca. 4 Personen
- 2 St.Fenchelknollen
- 2 St.Orange, bio
- 1 Glasgetrocknete Tomaten in Olivenöl
- evtl.Olivenöl
- etwasSalz
- etwasPfeffer
- etwasKräuter de Provence
- 500 gQuitten
- 50 gZwiebeln
- 0.5 St.Bird's Eye Chilischote
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oder alternativ
n. B.Chilliflocken - 1 ELRapsöl, Buttergeschmack
- 0.5 TLSalz
- 1 ELMisopaste, hell
- 1 TLIngwer, gemahlen
- 1 TLPaprikapulver, geräuchert
- 0.5 St.Bird's Eye Chilischote
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Alternativposition
n. B.Chilliflocken - 2 St.Fenchelknollen
- 1 TLIngwer, gemahlen
- etwasKräuter de Provence
- 1 ELMisopaste, hell
- evtl.Olivenöl
- 2 St.Orange, bio
- 1 TLPaprikapulver, geräuchert
- etwasPfeffer
- 500 gQuitten
- 1 ELRapsöl, Buttergeschmack
- etwasSalz
- 0.5 TLSalz
- 50 gZwiebeln
- 1 Glasgetrocknete Tomaten in Olivenöl
Zubereitung
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Vorbereitung
Fenchelknollen waschen und ggf. die äußeren Blätter entfernen. Orangen heiß abwaschen und ein paar Zesten abreiben. Eine Orange filetieren, die andere auspressen. Alles mit den Tomaten, samt Öl in ein tiefes Backblech geben und mit einander vermischen.
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Orangen-Fenchel aus dem Ofen
Fenchel in der Höhe in der Mitte teilen, so dass 2 fast identische Hälften entstehen. Den Strunk aber nicht rausschneiden sondern nur das aller äusserste Ende abschneiden, damit der Fenchel nicht auseinander fällt. Auf das Backblech legen und von beiden Seiten mit Olivenöl und Orangensaft einpinseln. Die Schnittfläche sollte nach oben zeigen.
Sollte das Olivenöl aus dem Glas nicht reichen und der Sud erscheint Dir zu trocken, kannst Du gerne noch etwas Orangensaft und/oder Olivenöl dazu geben. Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und Kräutern der Provence bestreuen und im vorgeheiztem Backofen bei 180 Grad Umluft ca. 50 Minuten backen.
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Quittenmus
In der Zeit kannst Du das Quittenmus zubereiten. Dazu die Quitten abwaschen, vierteln oder achteln, das Kerngehäuse heraustrennen und die Quitten klein schneiden.
Zwiebel abziehen und würfeln, Chilli klein schneiden. Beides in einem Topf mit Rapsöl anschwitzen, Quitten und Salz hinzufügen und bei niedriger bis mittlerer Temperatur und geschlossenem Deckel ca. 30 Minuten köcheln lassen.
Wenn die Quitten weich gekocht sind und fast von selbst zerfallen, kurz mit dem Stabmixer pürieren. Wenn Du magst, kannst Du sie aber auch pürieren oder durch ein Sieb pressen. Mit Misopaste und Ingwer abschmecken.
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Anrichten
Quittenmus mit Fenchel und Orangen auf vier Teller anrichten und mit etwas geräuchertem Paprikapulver bestreuen.
