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Vegane Tom-Kha-Gai mit Pak Choi & Tofu

Vegane Tom-Kha-Gai/mit Pak Choi & Tofu

Wer braucht Hähnchen in seiner thailändischen Suppe bei so viel Geschmack?

Ich möchte mal behaupten keiner - zumindest nicht bei dieser Suppe! Wenn man an thailändische Küche denkt, dann kommen einem sofort exotische Aromen, frische Kräuter und ein faszinierendes Spiel aus süß, sauer, salzig und scharf in den Sinn. Kaum ein Gericht verkörpert diese Geschmacksharmonie so perfekt wie Tom Kha Gai, die berühmte thailändische Kokossuppe. Ursprünglich mit Huhn zubereitet – „Gai“ bedeutet auf Thai „Huhn“ – wird sie in der veganen Variante mit Tofu statt Fleisch gekocht und steht dem Original geschmacklich in nichts nach.

Tom Kha heißt übersetzt so viel wie „gekochte Galgantwurzel“ – und genau das ist das Herzstück dieser Suppe. Galgant, ein Verwandter des Ingwers, verleiht dem Gericht sein typisches zitronig-scharfes Aroma. Gemeinsam mit Zitronengras, Kaffirlimettenblättern und Kokosmilch entsteht eine milde, aber unglaublich aromatische Brühe, die sowohl beruhigend als auch belebend wirkt. In der veganen Küche ist Tom Kha ein Paradebeispiel dafür, wie man mit rein pflanzlichen Zutaten ein tiefes, komplexes Aroma erreichen kann, ganz ohne tierische Produkte.

In der klassischen Version sorgt Hähnchenfleisch für die herzhafte Komponente. In der veganen Variante bringt Tofu eine angenehme Textur und Proteinquelle in die Suppe. Um dem Gericht noch mehr Tiefe und Umami zu verleihen, habe ich zusätzlich getrocknete Shiitakepilzen dazu gegeben. Das Gemüse kann je nach Saison und Geschmack problemlos getauscht werden. Also anstelle von Pak Choi kannst Du auch Spinat oder Mangold verwenden, den Lauch durch Karotten ersetzen, oder was Du sonst gerade zur Hand und im Kühlschrank hast. Lediglich die Zutaten, die für das typische Aroma sorgen, also Galgant, Kaffirlimettenblätter, Zitronengras, Koriander und Kokosmilch sollten in dem veganen Tom Kha Gai Rezept vorhanden sein, damit die Suppe ihren authentischen tailändischen Geschmack behält. Denn was diese Suppe so besonders macht, ist ihre Balance. Die cremige Süße der Kokosmilch trifft auf die frische Säure des Limettensafts, die Schärfe der Chili ergänzt das zarte Aroma des Zitronengrases – und all das wird durch einen Hauch Sojasauce oder vegane Fischsauce abgerundet. Tom Kha ist ein echtes Wohlfühlessen, das wärmt, tröstet und gleichzeitig erfrischt.

Welkes Gemüse

Diese schmackhafte Suppe ist übrigens aus nicht mehr ganz taufrischem Gemüse entstanden. Einen Tag bevor wir unsere neue Gemüseeinheit abholen ist mir aufgefallen, dass der Pak Choi und der Porree leider durchgerutscht sind. Etwas traurig schauten sie mich daher aus dem Kühlschrank an, als wenn sie fragen wollten ob es keine Verwendung mehr für sie gibt. Ganz nach dem Motto: "Ja ja, morgen kommt das junge Gemüse und wir sind zu welk für Dich :-( " Aber als gestandene Frau von über 50 Jahren kenne ich mich aus mit solchen Gedanken und mitnichten würde ich Gemüse, was nicht mehr ganz knackig ist wegschmeißen! Gerade für Suppen, Currys oder gebratene Gerichte sind leicht welk gewordene Gemüsereste noch bestens geeignet. Beim Kochen verliert das Gemüse ohnehin seine rohe Festigkeit, sodass sich kleinere Frischeeinbußen kaum bemerkbar machen.

Pak Choi lässt sich zum Beispiel wunderbar in einer heißen Brühe oder Pfanne „reaktivieren“ – die Stiele bleiben leicht bissfest, die Blätter werden schön zart. Porree eignet sich hervorragend als Aromageber in Suppen, Eintöpfen oder beim Anbraten mit Knoblauch und Ingwer, wie es auch bei einer Tom Kha-Suppe der Fall ist. Einmal gut gewaschen, geschnitten und mit etwas Öl oder Brühe angeschwitzt, entfaltet auch leicht welk gewordenes Gemüse noch sein volles Potenzial.

Deshalb ist es immer von Vorteil, wenn man bestimmte Sachen vorrätig hat. Als Veganerin habe ich z. B. immer Toju, Kokosmilch, Misopaste, Sojasoße o.ä. und getrocknete Pilze im Schrank. Ebenso Chillischoten, Limettenblätter und Galgant. Chillis lassen sich sehr gut trocknen und Galgantwurzel und frische Kaffirlimettenblätter kann man im Asialaden tiefgekühlt kaufen und auch so zu Hause entsprechend auf Vorrat lagern.

Zutaten

Mengen für ca. 4 Personen

Thailändische Tom-Kha-Gai:
  • 200 gTofu, natur
  • 300 gPak Choi
  • 150 gPorree
  • 40 gGalgantwurzel
  • 5 St.Kaffirlimettenblätter
  • 1 St.Thailändische Chillischote
  • 10 gShiitake Pilze, getrocknet
  • 6 Stk.Tomaten, getrocknet
  • 500 mlkräftige Gemüsebrühe
  • 1 ELMisopaste, hell
  • 400 mlKokosmilch
  • 1 TLKokosblütenzucker
  • 2 ELLimettensaft
  • 2 handvollvietnamesischer Koriander
  • 2 TLZitronengras

Zubereitung

  1. Vorbereitung

    Tofu in etwas Küchenpapier einwickeln, damit er trocken wird.

    Untersten Stielansatz vom Pak Choi abschneiden, die Blätter und Stiele waschen und quer in Streifen schneiden. Vom Porree ebenfalls das untere Ende abschneiden, die Stange einmal längst einschneiden, in fingerdicke Ringe schneiden und waschen.
    Tofu in mundgerechte Stücke schneiden.

    Galgant ggf. schälen und in dünne Scheiben schneiden. Chilli klein schneiden, Limettenblätter waschen, die Tomaten klein schneiden.

  2. Einfache Suppe aus Thailand selbst machen

    Gemüsebrühe mit den Tomaten, Pilzen, Kaffirlimettenblättern, Galgant und Chilli in einen Topf geben und 3-5 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen. Kokosmilch, Sojapaste und Kokosblütenzucker hinzugeben und erwärmen. Wenn sich alles aufgelöst hat, das Gemüse und den Tofu hinzufügen und ein paar Minuten mitköcheln lassen, bis das Gemüse bissfest / weich ist.

    Mit Limettensaft, Koriander und Zitronengras abschmecken.
    Nach belieben vor dem Servieren die Limettenblätter und Galgantwurzel entfernen.