Veganes Orange Curd – sonnig, cremig, unwiderstehlich
Kennt ihr diese kleinen Leckereien, die sich anfühlen wie ein kleiner Kurzurlaub im Alltag. Für mich ist veganes Orange Curd genau so ein Fall. Schon der Duft von frisch gepressten Orangen, der durch die Küche zieht, reicht aus, um graue Tage ein kleines bisschen heller zu machen. Wie vermutlich ganz viele, habe ich Lemon-Curd das erste mal im Urlaub gegessen, ich glaube es war Schottland. Mit einer Freundin bin ich als Jugendliche mit dem Auto rum gefahren und habe B&B gemacht. Urgemütlich, vor allem wenn man nachmittags ankommt und Scones und Marmelade - oder eben Lemon-Curd - auf dem Zimmer stehen. Da war ich noch Vegetarierin und habe es geliebt, so mit einem kleinen Klecks Cream obendrauf. Letztens dachte ich: „Warum eigentlich nicht Curd – nur ohne Ei?“ Traditionelles Curd ist ja im Prinzip eine Mischung aus Frucht, Zucker, Butter und ordentlich vielen Eiern. Lecker, klar. Aber eben auch schwer, mächtig und alles andere als vegan. Und wenn Zitronen-Curd ohne Ei funktioniert, dann bitte auch mit Orangen. Gesagt, gerührt, gelöffelt – und ich war sofort verliebt.
Was ich an diesem veganen Orange Curd besonders liebe, ist diese unglaublich cremige Konsistenz, die ganz ohne Ei zustande kommt. Stattdessen übernehmen pflanzliche Butter und vegane Sahne, gepaart mit getrockneter Hafermilch den Suchteffekt. Das Ergebnis ist samtig, streichzart und gleichzeitig wunderbar frisch. Es schmeckt wie Frühstück in einem Café an der Mittelmeerküste, obwohl man vielleicht gerade nur im Pyjama am Küchentisch sitzt.
Für das Curd brauchst du nicht viel. Vor allem frisch gepressten Orangensaft (hier lohnt sich Qualität wirklich) und etwas Abrieb von der Schale für dieses intensive, leicht herbe Aroma. Dazu die pflanzlichen alternativen und Puderzucker, mehr nicht. Und doch passiert beim Erhitzen etwas ziemlich Magisches. Die Mischung wird langsam dicker, glänzender, intensiver. Ich stehe dann meist mit dem Löffel am Topf, probiere „nur mal kurz“ – und muss mich wirklich zusammenreißen, nicht schon die Hälfte wegzulöffeln.
Dieses vegane Orange Curd ist für mich der Beweis, dass man Klassiker nicht eins zu eins kopieren muss, um sie genauso gut – oder sogar besser – zu machen. Es ist leicht, frisch, cremig und bringt ganz viel Sonne auf den Löffel. Genau das, was man manchmal braucht.
So vielseitig
Das Schönste: Dieses Orange Curd ist unglaublich vielseitig. Traditionell wird es mit Cream und Scones gegessen. Es schmeckt aber auch fantastisch auf warmen Toast oder frisch gebackenen veganen Croissants. Ein Löffel davon in pflanzlichem Joghurt macht aus einem simplen Frühstück ein kleines Dessert. Und wenn du gerne backst, kannst du es als Füllung für Torten, Cupcakes oder Biskuitrollen verwenden. Ich habe es sogar schon zwischen zwei Pancakes geschmiert und mit etwas Kokossahne getoppt – offiziell einer meiner besten Frühstücksentscheidungen.
Aber auch als schnelle Aktion, um etwas "Pfiff" in die süßen Kreationen zu bekommen, macht sich das Orange Curd hervorragend. Als fruchtige Schicht in einem Dessertglas, kombiniert mit Kekskrümeln und Vanillecreme, wird daraus im Handumdrehen ein elegantes Nachtisch-Highlight. Selbst zu neutralen Kuchenböden oder als Klecks auf Waffeln sorgt es für Frische und eine angenehme Balance aus Süße und Säure. Kurz gesagt: Ein Glas davon im Kühlschrank eröffnet unzählige Möglichkeiten – und lädt zum kreativen Ausprobieren ein.
Mein ganzer Stolz sind diese Orangen-Cheesecake-Törtchen, wo das Orange-Curd eine sehr zentrale Rolle spielt. Nicht nur als Topping, sondern auch als kühle Überraschung im Innenteil.
Und da das vegane Orange-Curd ohne Ei hergestellt wird und ein paar Wochen im Kühlschrank hält, lohnt es sich, eine größere Menge davon herzustellen. Manchmal braucht man etwas für einen spontane Bruncheinladung und schwups, hat man eine nette, selbstgemachte Köstlichkeit aus der Küche als Gastgeschenk zur Hand :-)
Zutaten
Mengen für ca. 3 Glas, 250 g
- 6 Stk.Orange, bio
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oder alternativ
350 mlOrangensaft - 60 gSpeisestärke
- 150 gvegane Sahne
- 200 gPuderzucker, gesiebt
- 50 gHaferdrinkpulver, getrocknet
- 1 TLOrangenabrieb
- 8 gLebensmittelfarbe / Pulver, orange
- 150 gvegane Butter
Zubereitung
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Vorbereitung
Eine Orange heiß abwaschen, trocken tupfen und von der Schale Zesten schneiden. Die Orangen auspressen, bis du 350 ml Saft hast. Ca. 50 ml des Saftes in eine Schüssel geben und die Speisestärke klumpenfrei einrühren.
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veganes Orange-Curd ohne Ei machen
Den restlichen Saft mit der veganen Sahne, gesiebtem Puderzucker, Haferdrinkpulver, Orangenzesten und Lebensmittelfarbe in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze erwärmen. Temperatur erhöhen, Stärke-Orangenmischung ebenfalls in den Topf geben und unter Rühren aufkochen, bis die Masse andickt.
Dann die vegane Butter hinzufügen und weiter rühren, bis sie sich aufgelöst hat.
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Haltbarkeit
Das vegane Orange-Curd in sterile Gläser füllen und kalt stellen. Im Kühlschrank hält es sich ein bis zwei Monate – theoretisch. Praktisch ist es bei mir meistens nach zwei Tagen verschwunden.
